Überstunden werden immer seltener

von Yvonne am 4. Oktober 2009 | Kategorie: Aktuelle News

Laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fällt die Zahl der bezahlten Überstunden 2009 in Deutschland auf ein neues Rekordtief. Bis zum Ende des Jahres wird es einen Rückgang von 27 Prozent gegeben haben. Dias bedeutet konkret, dass die Zahl der jährlichen Überstunden von 48,3 auf 35,4 sinkt. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung ist sich sicher, dass die schlechte Konjunktur dafür verantwortlich ist. Denn es konnte festgestellt werden, dass der Trend bei der Anzahl der Überstunden langfristig zurückgeht.

Doch nicht erst seit der Finanzkrise, die zur Konjunkturflaute geführt hat, konnte ein Rückgang der Überstunden verzeichnet werden. Seit der Wiedervereinigung ist die Zahl der Überstunden um 50% zurückgegangen. Schuld daran ist aber auch die sich ständig ändernde Situation auf dem Arbeitsmarkt. Immerhin nimmt die Beschäftigung von Teilzeitkräften ebenso zu wie die von Frauen. Diese beiden Gruppen leisten aber weniger Überstunden, wodurch sich der Trend auf lange Sicht noch mehr verschieben wird.

Trotzdem finden viele Experten, dass die Anzahl derer, die in Krisenzeiten Überstunden leisten müssen, relativ hoch ist. Mehr als 600.000 Vollzeitjobs müssen Überstunden leisten. Gründe hierfür sehen Experten allerdings darin, dass sich die Branchen in der Wirtschaft unterschiedlich entwickeln. Während die Industrie viele Ausfälle und Verluste verzeichnen muss, geht es dem Dienstleistungssektor immer noch relativ gut. Und genau dort lassen sich auch die meisten Überstunden finden. Vor allem im Pflegeheim, im Krankenhaus oder bei der Polizei bleiben selbst in Zeiten der Wirtschaftskrise bestehen.

Aller Wahrscheinlichkeit nach wird die Zahl der Überstunden auch in den kommenden Jahren weiter sinken. Für Arbeitnehmer ist diese Meldung aber weniger positiv, denn das bedeutet auch, dass es immer weniger Arbeit gibt. Schon jetzt haben zahlreiche Mitarbeiter Angst, ihren Job zu verlieren. Eine Umorientierung könnte jetzt der ausschlaggebende Punkt sein, nicht in die Arbeitslosigkeit zu verfallen, so Experten.


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