Es scheint fast so, als sei der Arbeitsmarkt kurz vor dem Ruin. Wohin man auch blickt, hagelt es Entlassungen und man denkt, es gibt kaum ein Unternehmen, welches neue Arbeitsplätze schafft und damit Bewerbern die Chance auf eine feste Anstellung ermöglicht. Die Realität sieht allerdings ein wenig anders aus, denn auch in Zeiten der Wirtschaftskrise gibt es noch Unternehmen, die Mitarbeiter suchen und für diese extra neue Stellen schaffen. Wir zeigen Ihnen, welche Unternehmen und welche Branchen einem den Zugang in die Berufswelt nicht verwehren.
Gerade vor kurzem wurde gemeldet, dass der TÜV Rheinland in Köln neue Arbeitsplätze geschaffen hat. Im Jahr 2009 wurden 800 neue Stellen geschaffen, davon die Hälfte in Deutschland. Vor allem die Geschäftsausweitung hat dazu geführt, dass man Arbeitsplätze aufbauen konnte. Vollkommen anders sieht es dahin gegen bei der Heggenstaller Holzindustrie aus. Zwar hatte man in den Jahren, in welchen die Wirtschaft florierte, ein drittes Werk geplant, doch durch die Wirtschaftsflaute ist die Nachfrage beim bayerischen Großsägewerk sehr gering. Allerdings glaubt man hier noch an den Aufschwung und weicht von den Plänen nicht ab.
Schlechter sieht es bei der Deutschen Bahn, bei Schaeffler, Opel, Heidelberger Druckmaschinen, Primondo/Quelle und Hertie, Continental, der Postbank sowie der Landesbank Baden-Württemberg aus. Verschiedene Gründe sind dafür verantwortlich, dass seit Juli 2009 eine öffentliche Streichung von 1000 und mehr Stellen stattfand. Allein die Deutsche Bahn hat mehr als 2000 Mitarbeiter entlassen, unter anderem wegen dem Rückgang des Transportvolumens im Güterverkehr. Bei den anderen Unternehmen sind die schwache Nachfrage, Insolvenzen oder die Bankenkrise dafür verantwortlich, dass immer weniger Bewerbungen entgegen genommen werden.
Die geringsten Chancen, eine feste Anstellung zu finden, hat man in der heutigen Zeit im Einzelhandel. So haben sich Tausende von Arbeitsplätzen aufgrund des Strukturwandels verschoben. Sucht man einen neuen Job, sollte man sich am wenigsten an Unternehmen wenden, die nicht nur die allgemeine Konjunkturkrise, sondern auch eine spezielle Branchenkrise zu bewältigen haben. Dies ist beispielsweise in der Autoindustrie, in der Druckmaschinenindustrie oder im Einzelhandel der Fall. Selbst die Tatsache, dass zahlreiche Menschen in diesen Branchen entlassen werden, hilft den meisten Unternehmen nicht über die Krise hinweg. Statistiken zeigen, dass vor allem seit April 2009 der Stellenabbau überwiegt und es kaum neue Arbeitsplätze gibt.
Experten sind sich sicher, dass ein Ende der negativen Entwicklung noch lange nicht in Sicht ist. Immerhin rechnen 27 von 44 befragten Branchen damit, dass ein weiterer Abbau der Arbeitsplätze stattfindet. Trotz der Tatsache, dass einige Unternehmen damit rechnen, in diesem Jahr steigende Umsätze zu erzielen, reicht dies in der Realität oftmals nicht aus, um die vorhandenen Kapazitäten voll auszulasten. Arbeitslose nutzen die Chance, in die Selbstständigkeit zu flüchten und passen sich damit der neuen Wirtschaftslage an. Wer seine Arbeitslosigkeit nicht nur passiv als Schicksalsschlag hinnimmt, sondern sich bemüht, sich in ein unabhängiges Beschäftigungsverhältnis zu geben, hat die größten Chancen, die Krise zu überstehen. Nachdem in den letzten vier Jahren immer weniger Menschen in die Selbstständigkeit gingen, sah dies im Jahr 2009 anders aus. Es gab erstmals wieder mehr Zugänge als im Jahr davor.
Die meisten Firmeneröffnungen sind im Dienstleistungsbereich anzusiedeln, denn hier wurden im vergangenen Jahr 250.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Doch auch als Gründer bleibt man vor der Krise nicht verschont, denn der Aufbau solcher Firmen geht durch die konjunkturellen Schwierigkeiten sowie die erschwerten Geldaufnahmemöglichkeiten langsamer voran als noch vor wenigen Jahren.
Wer sich nicht in die Selbstständigkeit flüchten möchte, der sollte die Chance nutzen, sich bei den offenen Stellen, zum Beispiel als Ingenieur, zu bewerben. Die Arbeitslosigkeit in dieser Berufsgruppe ist äußerst gering, denn Fachleute werden immer gesucht. Hauptsächlich durch zusätzliche Qualifikationen erhöht man damit auch in der Wirtschaftskrise seine Chancen, eine Festanstellung zu erhalten. Natürlich kann es sein, dass man ein wenig länger nach offenen Stellen suchen muss, aber umso zufriedener darf man sich schätzen, wenn man eine positive Rückmeldung auf seine Bewerbung erhält.


