Ausbildungsabbruch während der Probezeit – Chance für Nachrücker

von Käpernick am 7. August 2009 | Kategorie: Berufseinstieg

Schüler aufgepasst! Das neue Ausbildungsjahr beginnt gerade. Wer keine Lehrstelle ergattern konnte, sollte sich schleunigst in ein Berufsorientierungsprojekt der Arbeitsagenturen zuweisen lassen. Vorzugsweise in ein Projekt, wo es an einigen Tagen in der Woche theoretische Kenntnisvermittlung und an den anderen Tagen betriebliches Praktikum geben soll.

Habt Ihr eine Firma besonders ins Auge gefasst, dann versucht dort, ein Praktikum über die Berufsvorbereitungsprogramme zu bekommen. Wer einen guten Eindruck macht, hat die Chance mit Ablauf der Probezeit (bei Azubis 4 Monate) nachzurücken, wenn ein Auszubildender seine Ausbildung abbricht, oder der Betrieb das Ausbildungsverhältnis beendet, weil der Azubi nicht den Erwartungen entspricht. Ihr seid sozusagen hautnah dabei und zur rechten Zeit am rechten Ort. Praktikanten die mitdenken, die Arbeit sehen und auch ungefragt  mal das machen, was sonst keiner gern tut, werden gern übernommen, wenn ein Azubi durch Fehlzeiten oder -verhalten “glänzt”.

Selbst wenn es zu keinem Ausbildungsabbruch kommt, habt Ihr einen Fuß in der Tür und die Chance im Folgejahr einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Es lohnt sich also unbedingt aktiv zu sein.

Sind keine Plätze in den Programmen der Agentur für Arbeit frei, kann man auch in Absprache mit der Agentur ein Praktikum in Eigeninitiative suchen. Besonders in Pflegeberufen erhöhen lange Praktikumszeiten die Chance auf Ausbildungsplätze.

Eine kleine Telefonaktion kurz vor Ablauf der vier Monate kann auch sinnvoll sein. Ruft in den Firmen an, wo Ihr Euch beworben habt und fragt, ob es die Möglichkeit nachzurücken gibt. Viele Firmen kommen gar nicht auf die Idee, andere Bewerber zu kontaktieren oder haben auch die Bewerbungsunterlagen gar nicht mehr vorliegen und sind froh, nicht selbst Ersatz suchen zu müssen.

Schüler die im entscheidenden Schuljahr sind, können diese Option gleich im laufenden Bewerbungsverfahren berücksichtigen und vor allem in Firmen, in denen sie nur ganz knapp an dem Ausbildungsplatz vorbeigeschrammt sind anbieten, sich auf die “Ersatzbank” setzen zu lassen.

(C) Carola Käpernick

2 Kommentare zu “Ausbildungsabbruch während der Probezeit – Chance für Nachrücker”

  1. Anna

    Also wenn man schonmal eine Ausbildung angefangen hat, sollte man sie auch zuende führen. Ich finde es unverantwortlich, dass sich manche einfach aus dem Verkehr ziehen, weil sie nach 2 Wochen mit der Anstrengung oder sonst etwas nich klar kamen.
    Klar ist es für die Nachrücker eine Chance, aber es bleibt doch immer im Hinterkopf ob man dann nicht nur zweite Wahl war.

  2. Paul

    Mein Sohn hat vor 2 Wochen seine Ausbildung abgebrochen, weil er sich unter der Arbeit mehr vorgestellt hatte.
    Er muss selber wissen, was er will, aber viele Jugendliche gehen mit diesem Thema zu locker um. Sie glauben, dass ist ein Spiel, bei dem sie einfach aussteigen können, wenn es ihnen nicht gefällt, oder zu langweilig ist.
    Die Nachrücker können sich glücklich schätzen, denn die haben vielleicht endlich die Chance, in ihren Traumberuf reinzukommen, aber wie Anna schon sagte, sie werden vielleicht immer nur zweite Wahl sein.

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