Junge Akademiker verdienen in der Berufswelt oft zu wenig

von Yvonne am 20. September 2010 | Kategorie: Berufseinstieg

Keine Frage, Akademiker bringen das meiste Wissen und vielfältige Qualifikationen mit in den Beruf. Trotzdem dürfen sie sich nicht auf ein hohes Einstiegsgehalt freuen. In der Realität sieht es so aus, dass Berufsanfänger mit Hochschulabschluss sehr oft Abstriche beim Gehalt machen müssen. Gleichzeitig steigen jedoch die Anforderungen an Akademiker.

Studien und Untersuchungen zeigen, dass viele Akademiker ihr Einstiegsgehalt selbst in der Hand haben. Immerhin gibt es die Möglichkeit, mit dem Personalverantwortlichen oder dem zukünftigen Arbeitgeber persönlich über das Einstiegsgehalt zu verhandeln. Allerdings sind viele sichtlich darüber enttäuscht, wenn sie sich bei den Verhandlungen über das Gehalt nicht mit dem Arbeitgeber einig werden. Da helfen auch die besten Qualifikationen, wie beispielsweise ein Wirtschaftsstudium mit Auslandssemester, qualifizierte Praktika und drei Jahre Berufserfahrung, nicht viel. Auch ein Wechsel in eine andere Branche bringt für junge Akademiker meistens nicht viel. Zwar kann es sein, dass sie in einigen Bereichen besser bezahlt werden als in anderen, doch nur die wenigsten erhalten als Einstiegsgehalt das, was sie sich vorstellen.

Insbesondere durch die Finanzkrise haben viele nicht mehr die Möglichkeit, die Gehälter aufzustocken, wenn Bewerber besonders viele Qualifikationen mitbringen. In wirtschaftlich guten Zeiten sind Arbeitgeber laut Studien und Umfragen viel eher dazu bereit, hoch qualifizierte Akademiker auch besser zu bezahlen.

Momentan ist es so, dass Absolventen bei Konzernen heutzutage etwa das gleiche Gehalt bekommen wie im Jahr 2009. Einen großen Unterschied gibt es aber beim Mittelstand, denn dieser ist gerade beim Gehalt für Akademiker sparsamer geworden. Während ein Ingenieur 2009 nach seinem Studium ein Einstiegsgehalt von 40.000 Euro im Mittelstand bekommen hat, kann er jetzt nur noch mit etwa 35.000 Euro jährlich rechnen. Das niedrige Einstiegsgehalt betrifft besonders Betriebswirte, Juristen und Geisteswissenschaftler. Obwohl Fachkräfte in Zukunft knapp werden, sehen sich die Unternehmen dazu gezwungen, zu sparen. Ausnahmen macht man lediglich bei Ingenieuren und Naturwissenschaftlern, sind diese doch flexibel einsetzbar.

Die Kienbaum-Studie legt offen, dass die Einstiegsgehälter bei einem Absolventen mit einem Fachhochschul- oder Bachelor-Abschluss im Jahr bei etwa 39.000 Euro liegen. Diejenigen, die einen Universitätsabschluss haben, erhalten hingegen 43.000 Euro im Jahr. Noch besser trifft es High Potentials, denn diese dürfen sich auf ein durchschnittliches Jahresbruttogehalt von 45.000 bis 50.000 Euro freuen. Wer darüber hinaus noch eine Promotion oder MBA hat, kann bis zu 65.000 Euro verdienen.

Wer bereits einige Jahre Berufserfahrung vorweisen kann und als so genannter Young Professional bezeichnet wird, kann zwischen 55.000 und 70.000 Euro verdienen. Aber auch bei ihnen sind Gehaltssprünge, wie sie vor zwei Jahren möglich waren, mittlerweile nicht mehr drin. Außerdem gehören die Young Professionals zu den ersten, die gehen müssen, wenn im Unternehmen Stellen abgebaut werden. Das liegt daran, dass diese Arbeitnehmer bei der Sozialauswahl durch ihr Alter und ihren Familienstand negativ bewertet werden.

In der heutigen Zeit müssen sich Absolventen sehr flexibel zeigen. Nur dann, wenn sie akzeptieren, dass die Anforderungen an sie steigen und das Gehalt gleichzeitig sinkt, haben sie eine echte Chance, in der Arbeitswelt Fuß zu fassen. Für Unternehmen ist bei Bewerbern sowohl Organisationstalent, als auch Kommunikationsfähigkeit, Kritikfähigkeit und Teamfähigkeit das Wichtigste. Mehr und mehr zeichnet sich aber auch ein Trend ab, der die variable Vergütung bevorzugt. Hier werden Absolventen nach ihrer Leistung bezahlt.


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